Defizituhr
Defizite aller Krankenhäuser in Baden-Württemberg seit dem 01.01.2026
Allein im Jahr 2026 erwarten die Krankenhäuser im Land ein zusätzliches Defizit von mindestens 880 Mio. Euro. Trotz nachweislich effizienter Strukturen steigen die (erwarteten) Defizite der baden-württembergischen Krankenhäuser damit weiter an: 2025 hatte das Defizit 800 Mio. Euro betragen. Das hat eine BWKG-Umfrage im März 2026 ergeben.
Die Zahlen zeigen, dass der vom 1.11.2025 bis 31.10.2026 befristete Rechnungszuschlag von 3,25 % nicht ausreicht, um die Defiziterwartungen der Kliniken zu verringern. Ein Grund sind die überdurchschnittlichen Personal- und Sachkosten der Krankenhäuser in Baden-Württemberg, die in der Vergütungssystematik der Krankenhäuser schon seit vielen Jahren unberücksichtigt bleiben. Die Vorschläge der GKV-Finanzkommission könnten die Situation für die Kliniken noch deutlich verschärfen.
Anders als die meisten Unternehmen können Krankenhäuser die Preise nicht einfach erhöhen und sich so an die Inflationsentwicklung anpassen. Die jährlichen Preisanpassungen für Krankenhausleistungen sind vielmehr gesetzlich eng vorgegeben und wurden mehrfach zu Lasten der Kliniken verändert. Diese Vorgaben haben dazu geführt, dass ein großer Teil der Kostensteigerungen gar nicht finanziert wurde oder es gab in den vergangenen Jahren Einmalzahlungen, die wieder weggefallen sind, während die gestiegenen Kosten weiterbezahlt werden müssen.
Aktuelle Informationen zur wirtschaftlichen Situation der Krankenhäuser im Land finden Sie in den BWKG-Pressemitteilungen