Positionen der BWKG
Gemeinsame Positionen und Forderungen der Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe
Die unterschiedlichen Mitgliedseinrichtungen der BWKG haben zu ganz zentralen Punkten die folgenden gemeinsamen Forderungen:
Als Folge der demografischen Entwicklung wachsen die Anforderungen an das Gesundheits- und Pflegesystem, während gleichzeitig die Zahl der Fachkräfte sinkt. Die BWKG-Mitglieder setzen sich in ihrer täglichen Arbeit dafür ein, eine gute Versorgung sicherzustellen. Damit das auch in Zukunft gelingen kann, muss die Effizienz weiter gesteigert werden. Würde man es schaffen, die Bürokratiebelastung jedes Beschäftigten im Gesundheitswesen um nur eine Stunde pro Tag zu reduzieren, stünden tausende Stellen zusätzlich für die Patientenversorgung zur Verfügung. Außerdem wäre es deutlich effizienter, wenn die ambulante fachärztliche Versorgung stärker an die Krankenhausstandorte angebunden würde – so, wie es in vielen anderen Ländern der Fall ist. Darüber hinaus ist eine bessere Patientensteuerung erforderlich.
Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sind darauf angewiesen, dass ihre alltäglichen Leistungen angemessen finanziert werden. Nur so können sie sicherstellen, dass sich die Menschen rund um die Uhr auf eine gute Versorgung im ganzen Land verlassen können. Zu einer fairen Finanzierung gehört auch, dass die überdurchschnittlichen Lohnkosten und die generell höheren Kosten in Baden-Württemberg dabei berücksichtigt werden.
Der Personalmangel ist für die Gesundheitseinrichtungen ein großes Problem, dem mit unterschiedlichen Maßnahmen begegnet werden muss. Zentral ist, dass die Einrichtungen gute Arbeitsbedingungen bieten können, wozu eine gute Entlohnung zählt, die auch finanziert werden muss. Es ist aber auch wichtig, ausreichend Personal auf allen Ebenen auszubilden (von der Helferausbildung bis zum Studium) und die Qualifikationen ausländischer Mitarbeitender schnell und unbürokratisch anzuerkennen.
Die Mitarbeitenden in den Gesundheitseinrichtungen verbringen einen viel zu großen Teil ihrer Arbeitszeit mit unnötigen Dokumentationen. Diese Zeit fehlt für die Versorgung und Behandlung der Patientinnen und Patienten. Die Bürokratie und das damit zum Ausdruck gebrachte Misstrauen gegenüber den Einrichtungen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führt zu Unzufriedenheit und schadet der Motivation. Der oft angekündigte Bürokratieabbau muss endlich und konsequent umgesetzt werden.
Die Vorbereitungen auf mögliche Gefahrenlagen haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das haben die Corona-Pandemie und der Krieg gegen die Ukraine, aber auch Stromausfälle und Hackerangriffe gezeigt. Die BWKG-Mitglieder sind bereit, sich auf neue Herausforderungen einzustellen. Dazu benötigen sie jedoch klar formulierte Krisenszenarien. Sind zusätzliche Investitionen nötig, müssen die entsprechenden Mittel dafür bereitgestellt werden.
Gesundheitseinrichtungen sind große Energieverbraucher. Sie könnten viel Energie einsparen und so einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn sie die hierfür erforderlichen Investitionen tätigen könnten. Zugleich müssen sie sich an die sich verändernden klimatischen Bedingungen anpassen. Die Einrichtungen sind zu Veränderungen bereit, müssen aber in die Lage versetzt werden, Baumaßnahmen, die der Klimafreundlichkeit (beispielsweise Dämmung, Photovoltaik) oder dem Hitzeschutz (beispielsweise Klimaanlagen, Abschattung) dienen, umzusetzen.