Pressemitteilung
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BWKG-Indikator 1/2026 für die Reha-Einrichtungen: Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt

Scheffold: Reha-Einrichtungen brauchen leistungsgerechte Vergütung und weniger Bürokratie

„Wenn fast 46 Prozent der Reha-Einrichtungen im Land mit roten Zahlen rechnen, ist das ein deutliches Warnsignal. Und das, obwohl die medizinische Rehabilitation Menschen hilft und die Sozialversicherungen entlastet. Dennoch fehlt vielen Einrichtungen weiterhin eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage“, erklärt der Vorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Heiner Scheffold zum aktuellen BWKG-Indikator 1/2026. Danach rechnen 45,8 Prozent der befragten Geschäftsführenden von Reha-Einrichtungen für das Jahr 2026 mit Verlusten. Zudem erwarten 56,3 Prozent von ihnen, dass sich die wirtschaftliche Lage ihrer Einrichtungen noch weiter verschlechtern wird. Die aktuelle Befragung lief im Juni und Juli 2026.

„Die wirtschaftliche Situation der Reha-Einrichtungen ist angespannt und droht sich weiter zu verschlechtern“, macht Scheffold deutlich. Ein Grund hierfür sei das neue Vergütungssystem der Deutschen Rentenversicherung. Es ignoriere durch seine bundesweite Kalkulationsbasis die überdurchschnittlichen Personal- und Sachkosten der Reha-Einrichtungen in Baden-Württemberg. „Die Reha-Einrichtungen im Land werden so strukturell benachteiligt, obwohl sie das regionale Kostenniveau nicht beeinflussen können“ so Scheffold. Auch wenn die Rentenversicherung für das Jahr 2027 Verbesserungen vorsieht, müssen einige Einrichtungen in diesem Jahr eine Nullrunde verkraften. Die finanzielle Situation verschärft sich durch die Einsparungen im GKV-Stabilisierungsgesetz zusätzlich. Dadurch werden beispielsweise die Vergütungssatzerhöhungen und die Tarifrefinanzierung begrenzt.

„Die Unterfinanzierung gefährdet aber nicht nur die laufende Versorgung. Sie verhindert auch wichtige Investitionen in die Zukunft“, macht der BWKG-Vorstandsvorsitzende deutlich. Als Folge der Unterfinanzierung müssten die Reha-Kliniken ihre Angebote, Abläufe und Strukturen überprüfen und anpassen. Gleichzeitig fehlten ihnen häufig die Mittel für notwendige Investitionen in Digitalisierung, moderne Infrastruktur und innovative Versorgungskonzepte.

„Die medizinische Rehabilitation ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in Menschen und Wirtschaft. Reha rechnet sich für den Einzelnen und für die Gesellschaft– beispielsweise, wenn Frühverrentungen vermieden werden und die Rentenversicherung dadurch entlastet wird.,“ macht Scheffold klar. Dies belegten Studien immer wieder: Jeder investierte Euro kann einen Nutzen von bis zu fünf Euro schaffen. Die medizinische Rehabilitation brauche und verdiene eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung. Dafür müsse die Bundespolitik endlich die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Hierfür müsse beispielsweise der Reha-Deckel in der Rentenversicherung endlich abgeschafft und für alle Kostenträger unabhängige Schiedsstellen eingeführt werden. Eine solche Streitlösungsinstanz gebe es für den Bereich der Rentenversicherung bislang nicht.

„Gespart werden kann ganz sicher bei den bürokratischen Vorgaben. Hier müssen Vereinheitlichung, Vereinfachung und konsequenter Abbau das Motto sein. Denn weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten und geringere Kosten,“ so Scheffold. Die Qualitätsanforderungen und Dokumentationspflichten unterschieden sich je nach Kostenträger. Das bedeute für Reha-Kliniken, die Patienten der GKV und der Rentenversicherung behandeln, oft einen doppelten Aufwand. Bestehende Verfahren müssten dringend aufeinander abgestimmt und Daten möglichst gemeinsam genutzt werden. Hinzu kämen Antragsverfahren, Vorgaben und Verwaltungsprozesse. Durch sie würden Ressourcen gebunden, die dann für die Versorgung der Patientinnen und Patienten fehlen.

Abschließend verweist Scheffold auf einen weiteren wichtigen Punkt, der sich aus den Ergebnissen des aktuellen BWKG-Indikators ergebe. „Die Personalsituation ist und bleibt herausfordernd“, so Scheffold. 66,2 Prozent der Geschäftsführenden der Reha-Einrichtungen gaben an, dass es schwierig oder eher schwierig ist, freie Stellen im ärztlichen Bereich zu besetzen. Bei den Pflegefachkräften berichten 56,3 Prozent von entsprechenden Schwierigkeiten. Im therapeutischen und medizinisch-technischen Dienst liegt der Anteil bei 47,9 Prozent. Angesichts dieser Personalengpässe bleibe es ein wichtiges Anliegen, Reha-Kliniken als Ausbildungsstätten anzuerkennen.

 

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