Pressemitteilung
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BWKG-Indikator 1/2026 - Pflege: Pflegeeinrichtungen befürchten Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation

Scheffold: Reform statt Einsparauflagen - Personal muss auch in Zukunft voll finanziert werden

„Viele Pflegeeinrichtungen befürchten eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation. Auf eine Einrichtung, die mit einer Verbesserung rechnet, kommen acht Einrichtungen, die mit einer Verschlechterung rechnen. Grund hierfür sind vor allem die Sparvorschläge rund um das Pflegeneuordnungsgesetz, die bereits jetzt ihre dunklen Schatten vorauswerfen“, erklärt der Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Heiner Scheffold zu den Ergebnissen des aktuellen BWKG-Indikators 1/2026. Danach rechnen 26,9 Prozent der Geschäftsführenden von baden-württembergischen Pflegeeinrichtungen 2026 mit einem negativen Ergebnis für 2026. 39,5 Prozent erwarten eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Nur 4,7 Prozent der befragten Einrichtungen rechnen mit einer Verbesserung der Lage - der niedrigste Wert seit Beginn der Indikator-Umfragen im Jahr 2010.

„Die Pflegeeinrichtungen brauchen jetzt schnell Sicherheit und Klarheit. Vor allem die Tarifgehälter müssen weiter voll finanziert werden – ohne Wenn und Aber“, so Scheffold. Die Pflegeeinrichtungen seien gesetzlich verpflichtet, ihren Beschäftigten Tariflöhne zu bezahlen und ausgerechnet bei deren Finanzierung solle es nun Einschnitte geben. Bereits mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gab es erste Abstriche bei der vollen Tariffinanzierung. Mit dem anstehenden Pflegeneuordnungsgesetz drohen diese Kürzungen nun auf den gesamten Pflegebereich ausgeweitet zu werden. 

„Die Gehälter in der Pflege sollen nicht mehr vollständig finanziert werden. Gleichzeitig steigt demografiebedingt der Bedarf an Pflege und die Einrichtungen haben weiterhin Schwierigkeiten, Pflegepersonal zu finden. Das passt nicht zusammen“, macht Scheffold mit Blick auf weitere Ergebnisse des BWKG-Indikators deutlich. Demnach haben 81,1 Prozent der Pflegeeinrichtungen Schwierigkeiten, Pflegefachkräfte zu gewinnen, bei Pflegehilfskräften sind es 28,9 Prozent. 36,7 Prozent der Einrichtungen berichten von Problemen, Auszubildende zu finden.

„Einsparauflagen sind keine Lösung - es muss jetzt schnell eine echte Pflegereform geben“, so Scheffold. Dabei müsse die Pflegeversorgung insgesamt an die veränderten Lebensrealitäten angepasst werden. Informelle, ambulante und stationäre Angebote müssten stärker miteinander verzahnt werden. „Finanzierung, Personalgewinnung und Versorgungsstrukturen müssen zusammen gedacht werden. Zukunftssichere Pflege braucht stabile Einrichtungen und flexible Angebote“, fasst Scheffold zusammen. Die BWKG spricht sich dafür aus, den Eigenanteil der Pflegebedürftigen dauerhaft zu begrenzen. Kostensteigerungen könnten nicht allein von den Betroffenen getragen werden.

„Es muss alles getan werden, damit die Pflegeeinrichtungen genügend Personal auf dem Arbeitsmarkt finden können“, macht der BWKG-Vorstandvorsitzende deutlich, der auch Landrat des Alb-Donau-Kreises ist. Dazu gehöre neben der Ausbildung von Pflegefachkräften auch, dass die Ausbildung von Pflegehilfskräften verstärkt und die Anerkennung ausländischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschleunigt werde. Außerdem müsse mit dem häufig angekündigten Bürokratieabbau endlich Ernst gemacht werden.

Der BWKG‑Indikator wird zweimal jährlich erhoben. Die aktuelle Befragung lief bis Juli 2026 und erfasst die Einschätzungen der Geschäftsführenden zur wirtschaftlichen Lage und Personalsituation in Pflegeeinrichtungen.

 

 

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Annette Baumer
Referentin für Presse und Politik
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